Eine Medaille und viel Pech für das Schweizer Team in Banja Luka

Seit gut zehn Jahren ist Banja Luka als Austragungsort für Grossanlässe nicht mehr aus dem Kalender der Wildwasser-Abfahrt wegzudenken.

Unzählige WM- und Weltcupmedaillen aller Alterskategorien wurden auf dem Fluss Vrbas bereits vergeben. So hätte man meinen können, dass die WM-Strecken 2026 niemanden mehr vor unerwartete Herausforderungen stellen. 

Doch es zeigte sich, dass die Natur diese Annahme schnell widerlegen konnte. 

Der Vrbas führte in der WM-Woche sehr viel Wasser und besonders die Sprintstrecke durch den Canyon verwandelte sich in ein manchmal unberechenbares Durcheinander aus hohen Wellen und riesigen Wirbeln. Für Spannung war also gesorgt. 

Das Schweizer Team war mit grossen Ambitionen angereist. Die Resultate der letzten Saison liessen die Elite-Athlet:innen von Edelmetall träumen. Gleich am ersten Renntag ging dieser Traum für Mona Clavadetscher und Hannah Müller in Erfüllung. Sie erpaddelten sich den Vizeweltmeisterinnentitel im Kanadier-Zweier. Ebenfalls sehr gute Leistungen zeigten Linus Bolzern als 6. bei den Herren und Hannah Müller als 8.  bei den Damen, beide im Kajak. Ein weiteres Top 10 Ergebnis gab es für Jonah Müller und Cornel Bretscher als 8. im Kanadier-Zweier der Herren. 

Auch die U23-Athlet:innen Samuel Peter (28.), Mona Clavadetscher (15.) und Nora Zeder (26.) bewiesen, dass sie im Elite-Feld bereits gut angekommen sind. 

Leider war das Wettkampfglück den Schweizerinnen und Schweizern im Anschluss nicht mehr hold. Als erstes erkrankte Teamleader Linus Bolzern nach dem Klassikrennen und musste die restlichen Wettkämpfe vom Bett aus verfolgen. Dann verpasste Jonah Müller wegen einem Fahrfehler das Finale im Kanadier-Einer und auch bei den Kajak Damen und Herren gelang nur je einem Boot der Finaleinzug. 

Trotzdem gestaltete sich die Ausgangslage für die Sprintfinals vielversprechend. So hatte z.B. Hannah Müller als Qualifikationsdritte im Kajak und im Kanadier-Zweier mit Mona Clavadetscher sogar mit der besten Quali-Zeit berechtigte Hoffnung, der Schweiz eine zweite Medaille zu holen. 

Leider schwanden diese Hoffnungen am letzten Wettkampftag schnell. Die unberechenbare Strecke und kleinere und grössere Fahrfehler machten eine Medaillenhoffnung nach der anderen zunichte. Hannah Müller und Cornel Bretscher beendeten die Kajak-Finals jeweils auf dem 15. und letzten Platz, im Kanadier-Zweier der Herren wurden Jonah Müller und Cornel Bretscher 8. und Mona Clavadetscher und Hannah Müller bei dem Damen 5. 

Die abschliessenden Teamrennen brachten dann insbesondere den Damen mit dem guten 5. Platz noch ein versöhnliches Ende. Bei den Herren war Kanadier-Spezialist Jonah Müller für den erkrankten Linus Bolzern eingesprungen und zeigte eine starke Leistung. Ein Fahrfehler verhinderte allerdings ein gutes Resultat und das Herrenteam fuhr auf Platz 11. 

So reiste das Schweizer Team am Ende mit einer Medaille und etwas Enttäuschung im Gepäck aus Banja Luka ab. Doch wie eingangs beschrieben, wird sich bestimmt bald eine Gelegenheit ergeben, offene Rechnungen mit der Strecke auf dem Vrbas zu begleichen. 

WM-Team: Linus Bolzern, Cornel Bretscher, Samuel Peter, Hannah Müller, Mona Clavadetscher, Nora Zeder, Jonah Müller

Betreuer: Janis Amstad, Marc Chevalier

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